Vortrag über Aussaat

Am Freitag, den 20. Februar 2026, ab 19:30 Uhr findet in unserer Ortsgruppe ein Grundlagenvortrag statt. Volker Schmitt, ein äußerst erfahrener Kenner und Pfleger von Kakteen und anderen Sukkulenten, wird uns erklären, wie wir Kakteen selbst aussäen können. Dabei bietet sich auch die Gelegenheit, einige Samen zu erhalten oder Samen von Kakteen und Sukkulenten mit anderen Vereinsmitgliedern zu tauschen.

Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das Thema:

Aussaat von Kakteen – Schritt für Schritt zum Mini-Wüstenparadies

Kakteen sind faszinierende Pflanzen, die mit wenig Wasser viel Geduld belohnen. Die Aussaat erfordert etwas Aufmerksamkeit, lohnt sich aber mit kleinen, perfekt entwickelten Jungpflanzen. Hier eine verständliche Anleitung, um sicher und erfolgreich zu starten.

  1. Warum aussäen?

  • Eine Sammlung aufbauen oder erweitern
    – Pflegebedürfnisse beachten für einen Erfolg

  • Samen aus der eigenen Sammlung nutzen für Nachzuchten

  • Hybriden züchten

  1. Samen erzeugen

  • Die Bestäubungspartner müssen bekannt sein um genetisch verlässliches Saatgut zu erzeugen: Vater (Pollenspender) und Mutter (Samenträger) definieren das Kind.

  1. Samen ernten

  • Die Ernte des Samens ist unterschiedlich, je nach Art des Fruchtkörpers.

    • Trockene Früchte reißen auf, so dass sich der Samen verteilt.

    • Samen in Beeren feucht oder getrocknet entnehmen.

    • Bei Früchten mit sehr viel Fruchtfleisch die Samen auswaschen.

    • Wegspringende oder -fliegende Samen einfangen.

  1. Samen besorgen

  • Anfänger sollten mit pflegeleichten Arten beginnen, z. B. Trichocereus, Echinopsis, Mammillaria oder Ferocactus.

  • Achte darauf frisches Saatgut zu erhalten.

  • Kakteenfreunde in Vereinen geben gerne Samen ab, auch die DKG verteilt Samen gegen eine Spende.

  • Händler bieten ein breites Angebot.

  1. Aussaat-Zeitpunkt

  • März, April oder Mai bieten die richtige Temperatur von 20 – 28°C und Licht zum Keimen der Sämlinge.

  • Je früher die Aussaat startet, desto länger können die Sämlinge wachsen. Dies bedingt jedoch eine technische Unterstützung um die notwendigen Klimabedingungen zu erzeugen. Ein Aufzuchtgewächshaus mit Heizung und Beleuchtung sind notwendig.

  1. Samen vorbereiten

  • Der kleinste Rest von Fruchtfleisch (Zucker) kann eine Bildung von Pilzen fördern.

  • Gut gereinigtes Saatgut sollte keine anhaftenden Fruchtfleischreste haben. Um aber sicherzugehen kann eine Desinfektion mit Trocken- oder Nassbeizmitteln erfolgen. Anschließend muss auf Löschpapier bei Raumtemperatur wieder getrocknet werden.

  1. Substrat und Behälter

  • Verwende ein gut durchlässiges Substrat

    • Eine Mischung aus 50% Blumenerde mit 50% feinem (1 – 3 mm) Sand oder Bims.

    • Oder (meine Empfehlung) für Pilz-empfindliche Arten ein rein mineralisches Substrat aus Bims, Lavamulch und Zeolith oder ähnliches Material wie Sand oder Ton.

    • Frisches oder sterilisiertes Substrat (insbesondere Blumenerde) verringert das Risiko von Pilzbefall.

    • Bei feinen Samen kann eine dünne Lage Sand als Grundlage helfen.

  • Saubere oder sterile Anzuchttöpfe in einer Aussaatschale mit durchlässiger Abdeckung (mit verstellbarer Lüftung) bieten eine gute Versorgung mit Feuchtigkeit, Luft und Licht.

  • Einzelne Töpfe erleichtern bei Problemen (Pilz) das Entfernen oder den Zeitpunkt zum Pikieren frei zu wählen.

  1. Wässern

  • Die Aussaatschale von unten mit Leitungswasser anstauen. Regenwasser eignet sich weniger, da es meist verunreinigt (Pilz- oder Moossporen, Algen) ist.

  • Um den Feuchtigkeitsnachschub zu gewährleisten ist in der Schale ständig etwas Wasser notwendig. Über die Abzugslöcher der Töpfe kommt Wasser an das Substrat, das es durch Kapillarkraft nach oben saugt bis zur Sättigung.

  • Eine Schachtelhalmlösung hat die Eigenschaft Pilze zurückzudrängen und die pflanzeneigenen Abwehrkräfte zu mobilisieren. Alle 6 – 8 Wochen einmal spritzen.

  1. Samen ausstreuen

  • Die Samen dünn auf die Oberfläche des angefeuchteten Substrats streuen. Kakteensamen benötigen Licht zum Keimen, daher sollten sie nicht oder (größere Samen) nur wenig mit Quarzsand bedeckt werden. Quarz hindert im weiteren Verlauf Moose und Algen vor der Ansiedlung und der Wurzelhals trocknet in ihrer Umgebung nach dem Wässern gut ab.

  • Größere Samen leicht andrücken, sodass sie mindestens zu 2/3 von der Erde umschlossen sind.

  • Um die Feuchtigkeit zu halten, die Töpfe in klare Plastikfolie (Zip-Beutel, Fleischer-Methode) stecken, die Schale mit einer Glasplatte mit Distanz-Hölzchen abdecken oder ein Anzuchtgewächshaus mit verstellbarer Lüftung verwenden.

  1. Auflaufphase

  • Die Temperatur zwischen 20 – 28°C halten. Die Aussaatkiste niemals in die pralle Sonne stellen. Das Austrocknen oder Überhitzen des Samens oder des Keimlings führt zum Tod.

  • Nach dem Keimen, meist nach 1 – 4 Wochen, lüften, um Schimmel-Pilz-Entwicklung zu vermeiden.

  • Nach der Keimung werden die kleinen Pflänzchen trockener gehalten. Bewässerung nur wenn das Substrat vollständig trocken ist. Vermeide Staunässe – Wurzelfäule ist einer der häufigsten Gründe für Verluste.

  1. Problembehandlung

  • Wenn einzelne Pflanzen die Farbe verlieren, etwas bräunlich-glasig werden und zusammenfallen. Fall sich das Phänomen sogar ausbreitet, sollte rasch gegen den Vermehrungspilz gehandelt werden. Den Topf aus der Schale nehmen um eine Ausbreitung zu verhindern. Mit einem Löffel die Erde mit den betroffenen Sämlingen abheben und entfernen. Zur Desinfektion kann Holzkohlepulver aufgestreut werden. Die Behandlung mit einem Pilzmittel kann eine Ausbreitung vermeiden, aber nicht immer.

  1. Abhärten

  • Nach dem Keimen benötigen junge Kakteen viel Licht. An einen hellen Ort stellen, idealerweise mit indirektem Sonnenlicht.

  • Drei Monat nach Keimbeginn darf die Abdeckung ganz entfernt werden und die Sämlinge sollten nach jeder Wassergabe 2 – 5 Tage trocken stehen, ehe wieder gewässert wird.

  1. Umpflanzen (Pikieren, Substratanpassung)

  • Wenn viel zu eng ausgesät wurde, können sehr schnell wachsende Arten schon im ersten Jahr in Schalen oder einzelne Töpfe vereinzelt oder pikiert werden. Die Pflanzlöcher bohre ich mit einem spitzen Rundholz. Ich verwende zum Halten der kleinen Pflanzen eine 12 cm lange Pinzette mit abgerundeter Spitze.

  • Nach etwa einem Jahr, wenn die Sämlinge groß genug sind (1/2 bis 1 cm), können sie vorsichtig in eigene Töpfe umgepflanzt werden. Ich verwende zum Halten eine 30 cm lange Pinzette mit abgerundeter Spitze.

  • Das Angießen der Sämlinge erfolgt eine Woche nach dem Pikieren.

  1. Erfahrungen dokumentieren

  • Kakteen wachsen langsam. Hab Geduld, fotografiere regelmäßig und genieße jeden kleinen Fortschritt.

  • Dokumentiere fotografisch die einzelnen Phasen der Aufzucht und die auftretenden Probleme, damit du aus jeder Aussaat dazu lernst.

Fazit:

Mit einem gut vorbereiteten Substrat, sorgfältiger Aussaat und aufmerksamer Pflege gelingt eine erfolgreiche Kakteen-Aussaat. Genieße den Prozess, und schon bald zeigen sich kleine, stolze Sämlinge, die später zu prächtigen Exemplaren in deiner Sammlung werden.

Submediterrane Dornenpolster

Am 17. Oktober 2025 ab 19:30 Uhr lädt die Ortsgruppe der Kakteenfreunde Darmstadt alle Pflanzenliebhaber zu einem besonderen Vortrag ein. Der erfahrene Staudengärtner Thomas Eidmann aus Semd präsentiert den Titel: Submediterrane Dornenpolster und europäische Steppen – Ökosysteme im Fokus.

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der submediterranen Dornenpolster und der europäischen Steppen. Wir entdecken charakteristische Lebensgemeinschaften, ihre Verbreitung, Klima- und Bodenbedingungen sowie die Anpassungsstrategien der Pflanzen an den Klimawandel.

Erfahren Sie, wie diese ökologischen Nischen zusammenhängen, welche Dorn- und Strauchvegetationen dominieren und welche Bedeutung sie für Biodiversität, Wasserhaushalt und Bodenstabilisierung haben.

Der Vortrag präsentiert spannende Beispiele aus verschiedenen Regionen Europas und zeigt, wie wir solche einzigartigen Lebensräume auch in unseren Gärten integrieren können.

Der Eintritt ist frei, und alle sind herzlich willkommen! Kommt vorbei und lasst euch von den wunderbaren Eindrücken dieser einzigartigen Landschaften inspirieren. Wir freuen uns auf euch!

Wenn du dir den Blogbeitrag lieber vorlesen lassen möchtest, tippe das Dreieck im unteren Balken an. 🙂

Die Farbe der Erde-Colorado Plateau

Am 19. September 2025 um 19:30 Uhr laden die Kakteenfreunde Darmstadt herzlich zu einem inspirierenden Vortrag ein. Der Abend führt uns tief hinein in die Farbharmonien des Colorado Plateaus – eine Region, in der Erde, Stein und Pflanze eine stille, aber eindrucksvolle Sprache sprechen.

Devis Garden, GSENM
Devis Garden, GSENM ©Michael Bechtold

Der Vortrag erzählt von einer Familienreise, die im Mai 2023 begann: Michael Bechtold begab sich mit seiner Frau Bärbel und seiner Tochter Jana auf eine Entdeckungsreise durch den Südwesten der USA. Die Reise war weniger eine bloße Abfolge von Stopps, sondern eine intensive Begegnung mit der Natur und ihren Farben. Unter dem weiten Himmel des Südwestens erlebten sie die Landschaften dort in der Tiefe – rote Sedimentgesteine, gelbliche Dünen, türkises Wasserlicht, das in den Wellen der Canyons schimmerte.

Echinocereus in voller Blüte
Echinoceren in voller Blüte ©Michael Bechtold

Besonders eindrucksvoll waren die vielen Kakteen, die in der Hochsaison der Wüstenblüte in prächtigen Farben erstrahlten. Zwischen schroffen Schluchten und sanften Ebenen fanden sie Pflanzen in allen Lebensphasen: junge Triebe, knorrige Äste, sternförmige Blüten und eine Vielfalt, die den Colorado Plateau zu einem lebendigen Garten machten. Die Natur zeigte sich großzügig, doch auch fordernd: klare Sonnenstrahlen, kühle Nachtluft und ein Tanz aus Hitze und Trockenheit, der die Anpassungsfähigkeit der Kakteen in ihren unterschiedlichsten Formen und Farben besonders sichtbar machte.

White Pocket, Arizona
White Pocket, Arizona ©Michael Bechtold

Ein besonderes Highlight der Reise war der Besuch von White Pocket in den Vermillion Cliffs. Dort begegneten sie einer Landschaft, die wie ein natürliches Gemälde wirkt: rotbraune Felsformationen, durchzogen von Schattenlinien, die im Licht der Abendsonne glitzerten. White Pocket, mit seinen ungewöhnlichen Felsstrukturen und dem klaren Blick auf den Himmel, gab der Reise eine fast mystische Note. Es war ein Ort, an dem Natur und Zeit stillzustehen scheinen, perfekt, um über die Farben der Erde nachzudenken – Farben, die sich auch in den Wüstenpflanzen widerspiegeln.

Sclerocactus
Sclerocactus ©Michael Bechtold

Der Vortrag verbindet persönliche Erfahrungen mit fachlicher Perspektive: Warum der Colorado Plateau eine einzigartige Bühne für Kakteen ist, wie Klima, Boden und Geologie das Erscheinungsbild der Pflanzen beeinflussen, und welche Geschichten sich hinter den Namen der Arten verbergen. Kommt vorbei, erlebt die Farbtöne der Erde durch lebendige Bilder, Anekdoten und exklusive Einsichten – und verlasst den Abend mit neuen Eindrücken von einer der vielfältigsten Wüstenlandschaften Nordamerikas.

Pediocactus peeblesianus
Pediocactus peeblesianus ©Michael Bechtold

Die Kakteenfreunde Darmstadt freuen sich auf recht viele interessierte Gäste.
Der Eintritt ist wie immer frei.